Und auf einmal stand James Bond vor ihm

Matthias Killing Ran Fussball

Kurzinfo Matthias Killing

Angefangen hat seine TV-Karriere im Regionalfernsehen. Doch seitdem Matthias Killing beinahe täglich im Frühstücksfernsehen auf Sat.1 zu sehen ist, geht es immer steiler bergauf. Innerhalb weniger Jahre hat er sich zu einer festen Größe als Sportmoderator etabliert. Fußball, Tennis, Boxen… der gebürtige Hagener macht auf jedem Parkett eine ausgezeichnete Figur. Ich hatte die schöne Gelegenheit mit ihm über besondere Persönlichkeiten, das deutsche Tennis und nächtliche Fahrten auf der Autobahn zu sprechen. Und so ganz nebenbei habe ich versucht, für unsere Mannschaft einen neuen Spieler zu akquirieren…

Das Interview

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Norman Habenicht: Hi Matthias! Ich habe gelesen, dass du kürzlich wieder mit dem Tennisspielen angefangen hast, nachdem du mit 15 Jahren aufgehört hast. Interessanterweise habe ich gerade vergangenen Sommer mit sieben Freunden – alle um die Mitte 30 aufwärts – ebenfalls nach ähnlich langer Pause wieder angefangen und ab Mai starten die Punktspiele. Was glaubst du woran es liegt, dass man die Faszination für diesen Sport offenbar niemals so ganz verliert?

Matthias Killing: Wir sind doch alle Kinder einer goldenen Tennis-Generation, wir haben uns früher tagelang die Turniere, die Erfolge von Steffi Graf, Boris Becker und Michael Stich reingezogen. Viele von uns Mittdreißigern sind mit Tennis groß geworden. Und dann waren wir Teenager, Tennis war out. Nun checken wir, dass wir Sport machen müssen, damit wir nicht komplett auseinander gehen und erinnern uns an tolle Tennis-Tage bei Vereinsmeisterschaften und Co… Und auf einmal packt uns das Feuer und wir wollen wieder auf den Platz, merken schnell, wieviel Spaß es macht und fühlen uns wie kleine Profis. Wer als Kind mit dem Tennis-Virus infiziert war, wird den einfach nicht mehr los. Wir haben als Generation einfach nur ne Tennis-Pause eingelegt. So oder so ähnlich habe ich gedacht und ich glaube es denken viele so.

Was die Damen und Barbara Rittner in den vergangenen Jahren aufgebaut haben ist sensationell.

Norman Habenicht: Bleiben wir noch kurz beim Thema. Du moderierst für ProsiebenSat.1 die FED Cup- und Daviscup-Begegnungen der DTB-Damen und –Herren. Bei den Damen sieht es zurzeit deutlich vielversprechender aus als bei den männlichen Akteuren. Hast du eine Idee, woran das liegen könnte? Wenn man dann noch hört, dass das Stadion am Hamburger Rothenbaum, zu dem du ja auch eine besondere Verbundenheit hast, sogar abgerissen werden soll, muss man doch wirklich Angst um die Zukunft des Sports hierzulande haben.

Matthias Killing: Nein, dass muss man aus meiner Sicht nicht. Was die Damen und Barbara Rittner in den vergangenen Jahren aufgebaut haben ist sensationell. Unser Team steht im Fed-Cup Halbfinale, die Mädels, allen voran Angelique Kerber, feiern bei den Turnieren große Erfolge und die Leistungsdichte ist enorm, es kommen viele junge Talente nach. Was fehlt ist der große Triumph – darauf warten wir alle. Bei den Herren ist es schwieriger. Aber auch da haben wir gute Einzelsportler. Nur: die scheinen für mich immer zufrieden zu sein, mit dem was sie haben. Platz 30 in der Welt ist ja auch klasse. Als Vorbilder für die Kids taugen weder Florian Mayer, noch Philipp Kohlschreiber. Und Tommy Haas wird 36. Da zeigt sich das Dilemma. Es fehlt der Star. Vielleicht kann der 16jährige Alexander Zverev diese Lücke schließen. Das Zeug hat er definitiv dazu. Und zum Rothenbaum kann ich sagen: Michael Stich hat dieses Turnier gerettet. Auch diesen Sommer werden wir wieder eine tolle Veranstaltung erleben. Und das mit den Abrissgerüchten kenne ich, seit ich dort Stadionsprecher bin. Ich habe 2006 angefangen – insofern bin ich da sehr entspannt. Ich glaube vielmehr, Tennis lebt so langsam wieder in Deutschland, es ist wieder ein Thema, wenn auch ein kleines.

© Sat.1

© Sat.1

Norman Habenicht: Jetzt muss ich dir mal ein Kompliment aussprechen. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich dich an einem Donnerstag sehr spät abends noch als Moderator der Europa League im TV gesehen. Als ich am nächsten Morgen gegen 7:30 Uhr das Sat.1-Frühstücksfernsehen eingeschaltet habe, saßt du blendend gelaunt mit deiner Kollegin Simone Panteleit auf dem Sofa und hast die Leute vor dem Fernseher unterhalten. Wie schaffst du das? Warst du schon immer ein Frühaufsteher mit einem hohen Maß an Disziplin?

Matthias Killing: Ja, das war ich und das bin ich! Allerdings sind diese Situationen, die Du beschreibst, die Ausnahme. In dem Fall habe ich tatsächlich die Nacht auf der Autobahn verbracht. Aber das mache ich nicht häufig. Da habe ich auch eine Verantwortung den Sendungen gegenüber. Ausgeschlafen zur Arbeit erscheinen ist schon sehr wichtig. Aber: ich bin, was den Job angeht, ein sehr ehrgeiziger und disziplinierter Mensch. Ich ziehe die Dinge durch.

Norman Habenicht: Dein Engagement beim Frühstücksfernsehen hat einen beachtlichen Karrierekick ausgelöst. Mittlerweile moderierst du neben den Sportarten Fußball, Boxen, Basketball und Tennis auch noch diverse andere Sendungen für Sat.1. Bist du mittlerweile schon am Ende deiner Träume angekommen, oder welche beruflichen Ziele hast du dir noch gesetzt?

Matthias Killing: Nein, bin ich natürlich nicht. Aber es stimmt: das Frühstücksfernsehen kam zur richtigen Zeit. Ich bin meinem Entdecker Jürgen Meschede (Chefredakteur FFS) bis heute sehr dankbar, dass er einem Mann aus dem Regionalfernsehen die Chance gegeben hat. Und mein Sportentdecker und größter Förderer war und ist unser ehemaliger Sat.1-Sportchef Sven Froberg. Du siehst, man ist auch von Personen abhängig, die die Türen aufmachen. nur: durchgehen muss man selbst. Leistung entscheidet. Und ich bin sicher, ich habe noch einige, bisher verschlossene Türen auf meinem Weg.

© Ingo Gaus

© Ingo Gaus

Beeindruckend aber finde ich andere Menschen.
Menschen, die ich als Entwicklungshelfer in Haiti kennengelernt habe.
Menschen, die zum Beispiel in Kinderhospizen aufopferungsvoll arbeiten.

Norman Habenicht: Durch deinen Beruf hast du die tolle Gelegenheit, viele spannende Persönlichkeiten kennenzulernen. Gibt es einen bestimmten Sportler oder Künstler, der dich ganz besonders stark beeindruckt hat?

Matthias Killing: Ja, Daniel Craig. Da stand auf einmal James Bond vor mir, das war wirklich toll. Genauso ging es mir bei Jennifer Aniston. Das ist natürlich das Tolle an meinem Job: du lernst Menschen kennen, von denen du dachtest, die gibt‘s doch nur im Fernsehen. Beeindruckend aber finde ich andere Menschen. Menschen, die ich als Entwicklungshelfer in Haiti kennen gelernt habe. Menschen, die zum Beispiel in Kinderhospizen aufopferungsvoll arbeiten. Ich selbst bin Botschafter des Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf. Und das darf ich machen, weil ich diesen Job habe. Da schließt sich für mich der Kreis und ich weiß endgültig, dass dieser Job auch großen Sinn macht, bzw. machen kann.

Bitte vervollständige folgende Sätze:

Wenn ich kein TV-Moderator geworden wäre, …dann würde ich als Tourismus-Manager auf einem Kreuzfahrtschiff um die Welt fahren.

Das 10weeks Body Change Programm von Detlef D! Soost …probiere ich gerade aus und ich muss klar sagen: es funktioniert.

Fußball-Weltmeister 2014 wird …ganz klar: Deutschland!

Das deutsche Fed-Cup-Team kann dieses Jahr …den Titel holen, auch wenn Italien auf dem Weg der schwerste Brocken ist.

Mein Team vom Frühstücksfernsehen würde ich am liebsten … gerne öfter einladen, wir sind ne tolle Mannschaft, mögen uns alle sehr. Nur: haben wir viel zu wenig Zeit gemeinsam.

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Norman Habenicht: Vielen Dank für das unterhaltsame Interview, Matthias! Falls du in Hamburg eine Tennismannschaft suchst, bist du bei uns herzlich Willkommen.

Matthias Killing: Vielen Dank, ich komme darauf zurück!! Nur: ihr sucht ja wahrscheinlich eher ne Verstärkung, das bin ich sicher nicht. (lacht)

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Matthias Killing im Internet:
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