Bösewicht aus Überzeugung verhalf Grönemeyer zum Abi

Claude Oliver Rudolph schwarz-weiss im Auto

Kurzinfo Claude-Oliver Rudolph

Claude-Oliver Rudolph (57) ist dem Kino- und TV-Publikum vorallem als Bösewicht bekannt.

In Frankfurt am Main geboren und wuchs bis zu seiner Einschulung bei seiner Großmutter in Frankreich auf, danach besuchte er in Bochum die Schule bis zum Abitur. Bereits als Heranwachsender begeisterte er sich für Selbstverteidigung und Karate. Er studierte Philosophie, Psychologie und Theaterwissenschaft und besuchte das renommierte Seminar bei Lee Strasberg.

© www.zeitraster.de

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Claude-Oliver Rudolph begann seine Schauspielkarriere am Schauspielhaus Bochum und arbeitete mit Werner Schroeter, Peter Zadek und Rainer Werner Fassbinder.

Bis Anfang der achtziger Jahre ist Claude-Oliver Rudolph an der Berliner Volksbühne, dem Frankfurter Theater am Turm, der Alten Oper Frankfurt und dem Münchner Prinzregententheater zu sehen.

Dem deutschsprachigen Publikum ist er jedoch vor allem bekannt durch seine Rollen im Film “Das Boot” und im TV-Mehrteiler “Der König von St. Pauli”, sowie durch seine Rolle im James Bond-Film “Die Welt ist nicht genug” an der Seite von Pierce Brosnan sowie als Synchronstimme von Mickey Rourke in dem preisgekrönten Film “The Wrestler”.

Claude-Oliver Rudolph arbeitet darüber hinaus als Produzent und Regisseur für Film und Theater sowie veröffentlichte als Autor zahlreiche Bücher und Romane.

Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: u.a.
Deutscher Darstellerpreis – Darstellerpreis Filmfest Neapel – Nominierung Deutscher Synchronpreis – European Script Award London – Excellence Award Los Angeles.

Sein Kinodebüt gibt er 1979 in Werner Schroeters Film “Palermo Wolfsburg”, der auch den Goldenen Baer gewann. Den großen Durchbruch schaffte Claude-Oliver Rudolph 1981 mit Wolfgang Petersens Klassiker “Das Boot”. Es folgen zahlreiche Rollen als Bösewicht in Kino- und TV-Produktionen, wie etwa in dem TV-Mehrteiler “Der Schattenmann” oder “Der König von St. Pauli”.

Zugleich beweist er jedoch auch mit Rollen wie in dem mehrteiligen Bergarbeiterdrama “Rote Erde” (1983) oder Joseph Vilsmaiers Bauern-Epos “Herbstmilch” (1988) seine Vielseitigkeit jenseits der üblichen Genre-Stereotypen.

Trotz seiner Kino- und TV-Erfolge bleibt er fortwährend dem Theater verbunden:
1999/2000 etwa ist er in einer hoch gelobten Inszenierung von Büchners “Woyzeck” als Tambourmajor zu sehen. 2012 brilliert er in dem Stück “Hauptsache Arbeit” von Sybille Berg. 2013 präsentierte er als Creative Director das Musical “Judy Garland”.

Darüber hinaus arbeitet er aktuell an mehreren Filmprojekten, u.a. “Hans Albers – Der blonde Rebell”. 2014 bringt er unter dem Label “Piraten & Rebellen” seine eigene Bekleidungs-Kollektion heraus.

Das Interview

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Norman Habenicht: Sie waren schon in sehr jungen Jahren als Schauspieler tätig. Gab es einen bestimmten Moment an dem Sie gedacht oder gewusst haben: “Das ist meine Berufung!”?

Claude-Oliver Rudolph: Nee, so war das damals nicht. Ich war pleite durch einen Film, den ich mit Mufti, von den späteren Einstürzenden Neubauten, gedreht hatte, und Werner Schroeter sagte zu mir: “Die Schulden kriegen wir schon weg…” und ein Tag später war ich Schauspieler im “Kaethchen von Heilbronn” von Kleist. Also, ich wurde ja damals in Bochum von Werner Schroeter auf der Straße entdeckt. Und nachdem ich dort Blut geleckt hatte, wollte ich auch in der darstellenden Kunst bleiben. Ich spielte dann unter Peter Zadeck am Schauspielhaus Bochum und später an der freien Volksbühne in Berlin. 1979 hatte ich dann meine erste Rolle im Film “Palermo Wolfsburg” unter der Regie von Schroeter. Mit dem wir auch direkt Preise gewannen. Später folgten “Rote Erde” und Petersens “Das Boot”. Und 1999 James Bond.

Ich hab ein ganz einfaches Auswahlprinzip: ich lese mir den Stoff durch, und wenn ich keine körperlichen Reaktionen habe, kann ich damit nichts anfangen und lass lieber die Finger davon.

Norman Habenicht: Wenn ich schreibe, dann habe ich manchmal Tage, an denen mir rein gar nichts gelingen will. Gibt es das bei Ihnen in Ihrem Schaffen als Regisseur, Produzent, Schauspieler und Autor auch manchmal, oder muss man in dem harten Business einfach immer “funktionieren”?

Claude-Oliver Rudolph: Ja, natürlich funktioniert mehr nicht als etwas tatsächlich klappt. Warum sollte das bei mir anders sein? Als Regisseur, Produzent ist es so: Man hat 10 Projekte und ist froh, wenn eins klappt. Bei der Schauspielerei ist es anders: da nehm ich Sachen gar nicht an, die ich nicht kann. Ich hab ein ganz einfaches Auswahlprinzip: ich lese mir den Stoff durch, und wenn ich keine körperlichen Reaktionen habe, kann ich damit nichts anfangen und lass lieber die Finger davon. Das ist mein Erfolgsprinzip.

Norman Habenicht: Sie sind – wie schon erwähnt – nicht nur Schauspieler sondern auch Regisseur, Produzent und Autor. Wenn Sie sich einen dieser Berufe aussuchen müssten, welcher wäre das und aus welchem Grund?

Claude-Oliver Rudolph: Schwer… aber ich glaube, ich wär am allerliebsten Maler, wie mein irrer Freund und meine Tochter. Aber leider kann ich nicht malen. Dabei wäre ich so gerne Caravaggio.

Norman Habenicht: Sie haben zusammen mit Herbert Grönemeyer die Schulbank gedrückt. Erzählen Sie uns doch mal von Ihrer schönsten gemeinsamen Anekdote aus dieser Zeit.

Claude-Oliver Rudolph: Wir sollten im Abi den Vergleich zwischen aristotelischem Theater und epischem Theater nach Brecht aufzeigen. Ich glaube, dass Herbert bis dato noch nie etwas von Aristoteles gehört hatte, da er sich nur für Fussball und Popmusik interessierte. Ich dagegen, als Streber oder besser als Primus, hatte nicht nur Griechisch Leistungkurs sondern auch ab 13 freiwillige Philosophie AG am Staatlichen Humanistischen Institut bei Dr. Herrnkind. Als Kumpel war es für mich daher selbstverständlich auch für Herbert dann diese kleine Abiprüfung zu liefern. Dafür hat Herbert sich später revanchiert mit der VfL Fussballhymne “Bochum”.

Ich habe gerade den Kinofilm “Pace Cowboy” von Timo Jacobs abgedreht, sowie “Kill them all”, ein Independent-Film nach einem Metallica-Song.

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Norman Habenicht: Im Film-Business läuft man ja wahrscheinlich ziemlich häufig immer den gleichen Leuten über den Weg. Welcher Künstler ist Ihnen im Laufe der Jahre am meisten ans Herz gewachsen und bei wem würden Sie am liebsten sofort die Straßenseite wechseln?

Claude-Oliver Rudolph: Ans Herz gewachsen in den letzten Jahren aus Deutschland sind mir Timo Jacobs, Uwe Rohde, Axel Pape und Tarek Ehlail. Aus Übersee Mickey Rourke, Ray Liotta und Juliette Lewis. Und die Straßenseite am liebsten wechseln… bei allen anderen… okay – außer bei Ralle und Semmel… und Katy Karrenbauer.

Norman Habenicht: Sie sind in der Vergangenheit bei den verschiedensten TV-Formaten zu sehen gewesen. Was erwartet Ihre Fans in diesem Jahr?

Claude-Oliver Rudolph: Ich habe gerade den Kinofilm “Pace Cowboy” von Timo Jacobs abgedreht, sowie “Kill them all”, ein Independent-Film nach einem Metallica-Song. Im Fernsehen werde ich 2014 wieder als Gangster in einem ZDF Krimi zu sehen sein. Daneben arbeite ich an einem Musical und Film über Hans Albers. Außerdem bringe ich dieses Jahr eine eigene Klamotten-Kollektion heraus.

strich

Kontakt Claude-Oliver Rudolph:
Offizielle Webseite
Facebook Fanpage
Agentur Kontakt Claude-Oliver Rudolph/Booking Romina Neu

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4 Gedanken zu „Bösewicht aus Überzeugung verhalf Grönemeyer zum Abi

  1. Geiles Interview!
    Der Typ ist einfach nur oberaffengeil.
    Schade dass man ihn nicht häufiger in TV und Kinoproduktionen sieht, wo er mal länger zu sehen ist und nicht direkt stirbt :)

  2. Man hat ja länger nichts von ihm in den Medien gehört und ich hatte mich schon gefragt, ob er sich ins Privatleben zurückgezogen hat. Ich sehe ihn häufiger mal mit seiner Freundin. Eine wirklich bildhübsche, rassige Dunkelhaarige. Die scheint ihm gut zu tun. Das Interview ist sympathisch.

  3. Ich habe gehört dass Claude-Oliver seit kurzem nun endlich geschieden ist.
    Also er kann gern bei mir anrufen :)

Kommentare sind geschlossen.