Durch Handball hat sie ihren Platz in der Welt gefunden

Anett Sattler Cover

Kurzinfo Anett Sattler

Sie ist nach Spielschluss sofort zur Stelle, um die ersten Stimmen der Spieler und Funktionäre einzuholen. Am wohlsten fühlt sich Anett Sattler beim Handball, doch sie ist auch neben dem Fußballplatz regelmäßig für Sport1 im Einsatz. Im folgenden Interview spricht die sympathische Blondine über ihre Beziehung zu Stefan Kretzschmar, ihren Arbeitsalltag abseits der Kameras und musikalische Künstler, die sie berühren.

Das Interview

Norman Habenicht: Hi Anett! Die meisten TV-Zuschauer kennen dich als Moderatorin von Handball-Spielen für den Sender Sport1. Du machst hinter den Kulissen aber noch viel mehr. Wofür bist du noch alles zuständig?

Anett Sattler: Die Leitung der Außenredaktion in Berlin ist ein ganz wichtiger Teil meiner Arbeit. Wir haben hier über die Jahre ein tolles Team zusammengestellt und ich bin sehr stolz auf “meine Jungs”, die mit ihrer Arbeit in erster Linie unser tägliches Fußball-Nachrichten-Format “Bundesliga Aktuell” beliefern. Redaktionell sind wir für alle Fußballvereine in Berlin und den neuen Bundesländern zuständig. Das geht dann von RW Erfurt bis Hansa Rostock. In der ersten Liga gehört neben Hertha BSC auch noch der VfL Wolfsburg dazu.

Anett Sattler Kretzsche

Wir sind bei den Pressekonferenzen vor Ort, drehen und schneiden Spielerportaits oder Hintergrundstories und sind immer ganz dicht dran am aktuellen Geschehen. Dieser Teil meiner Arbeit ist natürlich sehr zeitinsiv und anstrengend, aber ich mag die Verantwortung.

Darüber hinaus bin ich am Wochenende als Fieldreporterin in den Fußballstadien unterwegs. Für unsere Formate “Hattrick”, “Doppelpass” und “Bundesliga – Der Sonntag” führe ich in der 1. und 2. Liga die Interviews nach Spielende. Der dritte Teil meiner Arbeit ist die Moderation der Live-Übertragungen im Handball. Für eine Freiberuflerin wie mich kommen dann neben der täglichen Arbeit für SPORT1 weitere externe Aufträge hinzu. Dabei geht’s dann meist um Event-Moderationen oder die Produktion von Image-Filmen.

Norman Habenicht: Beruflich stehst du demnach ständig unter Strom. Wie verbringst du denn einen für dich perfekten Samstag, wenn du keinerlei Verpflichtungen nachgehen musst?

Anett Sattler: Ein Tag am Meer mit meinen Patenkindern, ein Tag im Garten meiner Mama, ein Wellness-Tag mit meiner besten Freundin, ein Tag nur mit mir auf meinem Balkon, eine Party-Nacht mit meinem besten Freund…es gibt so viele Möglichkeiten. Ein perfekter Tag braucht eigentlich nur die richtigen Menschen. Ich hatte zuletzt ziemlich viele perfekte Tage.

Ich denke nicht darüber nach, ob es da draußen irgendetwas gäbe, das mich noch glücklicher machen würde.

Norman Habenicht: Du hast mal gesagt, dass du dir mit deiner Tätigkeit als Handball-Moderatorin einen Lebenstraum verwirklicht hast. Gibt es wirklich kein Jobangebot, das dich sonst noch reizen würde?

Anett Sattler: Die Frage ist mir zu hypothetisch. (grinst) Ich bin glücklich mit dem, was ich mache. Ein großer Teil davon ist die Moderation der Handball-Bundesliga, aber es ist das Gesamtpaket, das mich erfüllt – die Vielfalt meiner Arbeit und die Menschen an meiner Seite. Ich denke nicht darüber nach, ob es da draußen irgendetwas gäbe, das mich noch glücklicher machen würde. Sollte irgendwann ein Angebot kommen, würde ich in Ruhe darüber nachdenken und das Thema mit den Menschen besprechen, die mir wichtig sind.

Norman Habenicht: Du bist jetzt schon viele Jahre im Geschäft. An welche Situation denkst du immer wieder gerne zurück, und welchen Arbeitstag würdest du am liebsten für Immer aus deinem Gedächtnis streichen?

Anett Sattler Portrait

© Nadine Rupp – Ruppografie

Anett Sattler: Ich würde gern alle Arbeitstage streichen, nach denen ich mit meiner Leistung nicht zufrieden war. (lacht) Ich hasse das Gefühl, eine Chance liegen gelassen oder nicht das maximal Mögliche aus einer Situation herausgeholt zu haben. Glücklicherweise überwiegen aber die Momente, an die ich gern zurückdenke. Es gab einige Highlights in den letzten Jahren: das Handball-Allstar-Game in New York, die internationalen Handball-Touren mit Stefan Kretzschmar zu den Welt- und Europameisterschaften nach Östereich, Schweden, Serbien und Spanien, das VELUX EHF FINAL4 in Köln, der 3. Platz beim Herbert Award, das Spiel mit Team Kretzsche in Leipzig…das sind besondere Situationen, die ich im Herzen habe. Aber wirklich eingebrannt haben sich eher die scheinbar kleinen Momente des Arbeitsalltags – eine anfangs unlösbar scheinende Aufgabe am Ende des Tages gemeinsam gemeistert zu haben, weil das Team funktioniert hat oder den Menschen hinter dem Sportler erkennen zu dürfen, weil es immer eine Frage von Vertrauen ist, ob jemand den Vorhang ein kleines Stück aufmacht und dich hinter die Kulissen schauen lässt.

Norman Habenicht: Es kommt immer wieder vor, dass sich Spieler in die Moderatorin verlieben und umgekehrt. Hast du auch schon mehr oder weniger eindeutige Angebote von deinen Interviewgästen bekommen, oder hat sich noch keiner getraut?

Anett Sattler: Klar gibt es die ab und an, aber ich bin mittlerweile lange genug im Geschäft, um professionell damit umgehen zu können.

Bitte vervollständige folgende Sätze:

Handball ist meine Leidenschaft, weil… mich der Virus schon in frühester Kindheit infiziert hat und ich meinen Platz in dieser Welt durch den Handball gefunden habe.

Ein Nachteil meines Berufs ist… dass Menschen glauben, die Frau aus dem Fersehen als Person zu kennen und über mich urteilen, ohne ein einziges persönliches Wort mit mir gesprochen zu haben.

Ein romantisches Dinner würde ich gerne… mit meinem Ehemann und Vater meiner Kinder verbringen. Der muss aber erst noch gefunden werden. (grinst)

Stefan Kretzschmar ist für mich… das Aushängeschild im deutschen Handball, ein Vorbild in Sachen Loyalität und einer meiner besten Freunde.

Am liebsten höre ich die Musik von… jedem Künstler, der mich berührt. Und da gibt es einige: Pearl Jam, Clueso, The Prodigy, Die Toten Hosen, Herbert Grönemeyer, Moby, The XX, William Fitzsimmons, Röyksopp, Adele, Kosheen und noch so viele mehr. Der Song muss zur Situation passen und zu den Menschen, mit denen man sie erlebt.

strich

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