Weil sie nicht tapezieren konnte, fing sie an zu schreiben

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Kurzinfo Hera Lind

Den meisten ist sie als äußerst erfolgreiche Buchautorin bekannt. Doch zu Beginn ihrer bewegten Karriere war sie in der ganzen Welt als Berufssängerin unterwegs – bis zu ihrer ersten Schwangerschaft. Dann änderte sich einiges im Leben von Hera Lind. Was sich ab da änderte, wie man sich als Autor fühlt, wenn die eigenen Gedanken verfilmt werden und vieles mehr hat sie mir im folgenden Interview verraten.

Das Interview

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Norman Habenicht: Guten Tag Frau Lind! Die meisten Leute kennen Sie als erfolgreiche Buchautorin. Sie starteten Ihre Karriere aber ursprünglich als Sängerin. Wie kam es zu diesem Wechsel auf ein ganz neues Gebiet?

Hera Lind: Nachdem ich vierzehn Jahre als Berufssängerin Konzerttourneen in die ganze Welt gemacht hatte, konnte ich am Ende meiner ersten Schwangerschaft 1988 nicht mehr mit nach Tokio fliegen. So stand ich ziemlich ratlos da; was tun mit den letzten sechs Wochen? Da ich weder Ensembles in Blö stricken noch Kinderzimmer tapezieren kann, setzte ich mich damals an meinen nagelneuen Computer und schrieb, nur um mich selbst bei Laune zu halten, einen Roman mit dem Titel: “Ein Mann für jede Tonart.”

…man muss, als Mutter der Geschichten, auch loslassen können.

Dass dieser dann nicht nur veröffentlicht, sondern auch ein Besteller werden würde, der sich über 2 Millionen Mal verkauft und auch noch in Starbesetzung verfilmt wird, hätte ich mir damals nicht träumen lassen. Nach der Geburt ging ich nämlich ganz selbstverständlich wieder singen.

Norman Habenicht: Viele Ihrer Bücher wurden später auch verfilmt. Welche Gefühle gehen einem Schriftsteller durch Kopf und Körper, wenn das eigene Gedankengut von einer anderen Person visuell umgesetzt wurde?

Hera Lind: Da war alles dabei, von absoluter Euphorie und dem Wunsch, bei den Dreharbeiten dabei zu sein, dem Coachen der Schauspieler, dem Mit-Schreiben an den Drehbüchern, bis hin zu „Ich lass mich mal überraschen“, und dann entweder Freude oder Enttäuschung, wenn ich das Ergebnis sah. Am besten gefiel mir “Ein Mann für jede Tonart” gefolgt vom “Superweib”, das waren zwei große Kino Produktionen. Bei anderen fand ich meine Figuren kaum wieder. Da wurde sogar der Titel geändert. So was macht traurig, aber man muss, als Mutter der Geschichten, auch loslassen können.

Norman Habenicht: Sie sind extrem sportlich, haben auch schon ein Fitness-Buch geschrieben. Haben Sie gerade noch rechtzeitig zum Sommerbeginn ein paar praktische Tipps für alle Sportmuffel parat?

Dieses “Mal kurz vor Sommerbeginn” funktioniert in meinen Augen genauso wenig wie “eben mal schwanger sein” und setzt einen nur unnötig unter Druck.

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Hera Lind: Nachhaltigkeit ist mein einziger Tipp. Täglich eine Stunde leicht und locker trainieren, ausgelegt auf den Rest des Lebens. Dieses „Mal kurz vor Sommerbeginn“ funktioniert in meinen Augen genauso wenig wie “eben mal schwanger sein” und setzt einen nur unnötig unter Druck. Gut Ding will Weile haben! Ich empfehle jeden Morgen eine Stunde leichtes Joggen und als Schlechtwetteralternative das abwechslungsreiche Online Training von Pur Life. Das Ergebnis ist gute Laune, gute Gesundheit, eine straffe Haut, eine tolle Figur und ein ganz neues Selbstwertgefühl!

Norman Habenicht: Seit April ist Ihr neuer Roman „Verwandt in alle Ewigkeit“ im Handel erhältlich. Welcher Typ Leser sollte sich Ihr neues Werk mit in den Urlaubskoffer packen?

Hera Lind: Eigentlich jeder, der einmal auf liebevolle, herzenswarme und auch komische Art etwas über Familienbande – deshalb auch der Titel „Verwandt in alle Ewigkeit“ – erfahren will. Es ist eine Vier Generationen Geschichte um eine erstmal heillos zerstrittene Familie, die über der Demenz Erkrankung der Mutter wieder zueinander findet.

Norman Habenicht: Sie sind Botschafterin der Jose Carreras Leukämie Stiftung. Wie kam es zu diesem Engagement und wie kann man dieses schöne Projekt am besten unterstützen?

Hera Lind: Jose Carreras hat mich persönlich darum gebeten, und schon weil ich ihn als berühmten und erfolgreichen Sänger-Kollegen so schätze, habe ich sofort zugesagt. Wir sind viele Mitstreiter, die Jose Carreras in seine Charity-Familie geholt hat, und bilden zusammen ein funktionierendes Netzwerk. In seine regelmäßigen Galas im Vorweihnachtsprogramm rufen wir prominenten Helfer und Botschafter zu Spenden auf.

Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze:

Die Arbeit als Moderatorin beim Fernsehen… hat mich sehr geprägt und ich konnte unendlich viel lernen.

Rundum glücklich bin ich, wenn… ich mit meiner Familie zuhause im wunderschönen Salzburg bin.

Die schwierigste Aufgabe zu Beginn eines neuen Romans… ist ein wirklich guter Plot.

Die Fußball-WM in Brasilien werde ich… mit meinen Söhnen vor der Großbildleinwand in einem Biergarten schauen.

Mein nächster Roman… ist wieder ein unglaublich spannender Tatsachenroman, der im Iran spielt und im November erscheint.

strich

Mehr zu Hera Lind im Internet:

Homepage
Radomhouse Verlag

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