Fitness-Königin geht privat auch gern mal feiern

Amiena Zylla Beitrag

Kurzinfo Amiena Zylla

Als vor einigen Jahren der große Pilates-Hype aus den Vereinigten Staaten nach Europa transportiert wurde, war sie in München eine der Ersten mit einem eigenen Studio. Durch ihren YouTube-Kanal und diverse Kooperationen mit reichweitenstarken Partnern hat sich ihre Bekanntheit in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert. Doch Amiena Zylla ist nicht nur im Internet präsent, sondern hat auch schon ihr Können im TV und als Buchautorin eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

In einem äußerst unterhaltsamen und informativen Gespräch hat sie bei mir nicht nur viele Vorurteile zu den Themen Yoga und Pilates ausgeräumt, sondern darüber hinaus auf eine sehr charmante Art und Weise erzählt, wie das Leben eines Fitness-Vorbildes abseits des Sports sonst noch aussieht.

Das Interview

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Norman Habenicht: Hi Amiena! Wie bist du eigentlich zu Pilates gekommen?

Amiena Zylla: Zu Pilates bin ich eigentlich über das Tanzen und über Yoga gekommen. Ich habe jahrelang als Bühnentänzerin getanzt, als Tanzpädagogin gearbeitet, habe also Tanzlehrer ausgebildet. Dann bin ich durch meine Eltern irgendwann zum Yoga gekommen. Meine Eltern waren solche Hippie-Eltern (lacht). Das hängt ja alles irgendwie zusammen und dann wollte ich natürlich auch gerne in dem Beruf bleiben und da hat man es als Bühnentänzerin schwer. Dann habe ich mir überlegt “Was kann man denn so machen?” und weil mir eben das Unterrichten mit den Leuten wahnsinnig viel Spaß macht, bin ich bei Pilates gelandet. Das steckte damals noch in den Kinderschuhen und ich habe zwei Jahre geforscht, welches Institut für mich infrage kommen würde.

Ich war dann sogar eine der Ersten, die 2005 ein
richtiges Pilates-Studio in München hatte.

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Norman Habenicht: Stimmt. So alt ist Pilates noch gar nicht, oder täusche ich mich da?

Amiena Zylla: Also das Pilatestraining an sich, von dem Josef Pilates, gibt es ja schon seit 1895. Vor seinem Tod 1967 gesagt: “Es werden 50 Jahre vergehen, bis die Leute meine Methode verstehen werden.” – und es ist ja auch perfekt eingetroffen. Der Hype kam dann über New York nach Europa, nachdem dort viele Tänzer und Schaupieler Pilates für sich entdeckt hatten, weil sie dadurch zum Beispiel ihre Technik verbessern konnten. Ich war dann sogar eine der Ersten, die 2005 ein richtiges Pilates-Studio in München hatte.

Norman Habenicht: Dein Studio heißt Werkstatt 7 – wie bist du auf die Idee gekommen, ein eigenes Studio zu eröffnen?

Amiena Zylla: Das kam im Grunde, weil ich viel unterwegs war und einfach alles mal an einem Platz haben wollte. Ich musste mir dann überlegen, was ich mit dem Tanzen mache und habe mich dazu entschieden, es wegzulassen, um nicht zu viel anzubieten. Es blieben dann Yoga und Pilates übrig. Wir bieten Kurse in allen Stufen an, so dass wirklich Jedermann bei uns trainieren kann. Da lege ich ganz viel Wert drauf, dass unsere Teilnehmer wirklich bunt gemischt sind, also von jung bis alt, von Student bis Unternehmer. Ich mag mein Klientel.

Norman Habenicht: Wo liegt eigentlich der größte Unterschied zwischen Yoga und Pilates?

Amiena Zylla: Pilates geht über die Wiederholungen einzelner Übungen und beim Yoga gehen die verschiedenen Figuren ineinander über. Außerdem zielt Pilates mehr auf die Tiefenmuskulatur ab und sorgt so für eine bessere Haltung. Viele Teilnehmer in meinen Kursen sagen, dass sie von ihren Freunden gefragt werden, ob sie gewachsen seien. Das liegt alles nur an ihrer neuen aufrechten Haltung.

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Es ist der optimale Ausgleich für Sportarten wie Tennis oder Golf, wo man seinen Körper nur einseitig belastet.

Norman Habenicht: Ich glaube das wäre für mich auch nicht verkehrt. Ich hatte vor ein paar Monaten Rückenschmerzen, weil ich zu viel Tennis gespielt habe, im Vergleich zu den Stunden, die ich in vermutlich nicht optimaler Haltung täglich vor dem Computer sitze.

Amiena Zylla: Ja, genau dafür bietet sich Pilates an. Es ist der optimale Ausgleich für Sportarten wie Tennis oder Golf, wo man seinen Körper nur einseitig belastet.

Norman Habenicht: Das klingt ziemlich logisch und eigentlich ist es ja dann auch Quatsch zu denken, dass Pilates nur für Frauen gedacht ist.

Amiena Zylla: Ja, das ist totaler Quatsch. Es machen aber auch mittlerweile schon deutlich mehr Männer. Pilates ist nämlich auch gut für die Beckenmuskulatur. Männer erfahren dann auch auf einmal, dass sie einen Beckenboden haben und dann frage ich die: “Und wie bekommst du einen Orgasmus? Durch den Beckenboden!”. Also ist das doch wohl gar nicht so schlecht, oder? (lacht)

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Norman Habenicht: Keine Frage – sehe ich genau so. Du machst aber ja auch regelmäßig Videos, die man dann auf einem offiziellen YouTube-Kanal sehen kann.

Amiena Zylla: Ja, das macht eine professionelle Produktionsfirma – die heißt All About Video. Das Projekt ist entstanden, weil YouTube damals Partner für verschiedene Bereiche gesucht hat, um das im deutschsprachigen Raum aufzubauen. Das Ganze läuft unter dem Namen “Happy And Fit” und ich bin sozusagen das Gesicht dieses Projekts. Dahinter steckt aber ein richtig großes Team mit professionellen erfahrenen Leuten. Mittlerweile hat es sich aber so entwickelt, dass ich nicht nur als Haupt-Host vor sondern auch hinter der Kamera tätig bin als Casterin und Redaktionsleiterin. Wir haben mit den Videos immer wieder Kooperationen mit verschiedenen Partnern, wie Bild.de, aktuell Bunte.de oder ab Mitte März RTL.

Norman Habenicht: Okay, ihr werft dann also mehrere Angeln aus und es bleiben immer mehr Stamm-Zuschauer auf eurem Kanal hängen.

Amiena Zylla: Genau. Wir haben mittlerweile um die 140.000 Abonnenten und ich glaube 11 Millionen Views bei YouTube.

Auch wenn man das vielleicht nicht glaubt, aber ich bin auch teilweise ein total fauler unsportlicher Mensch, vor allem, wenn ich am Abend zuvor gefeiert habe.

Norman Habenicht: Im Januar ist bereits ein Pilates-Buch von dir beim BLV-Verlag erschienen. In Kürze erscheint sogar ein weiteres Buch. Worum geht es da? Kannst du uns schon den Namen verraten?

Amiena Zylla: Genau, jetzt im März kommt mein neues Yoga-Buch raus und im September erscheint im GU-Verlag mein neues Buch zum Thema Ballett-Workout. Das Yoga-Buch heißt “Alles Yoga” und beinhaltet viele Illustrationen mit Übungen, die man unterwegs ganz einfach nachmachen kann.

Norman Habenicht: Kommen wir nun mal zu einer etwas privateren Frage. Wie sieht für dich ein perfekter Samstag aus?

Amiena Zylla (lacht): Also in meinem momentanen Zustand mit sehr viel Arbeit, verbringe ich einen freien Samstag am liebsten mit Faulenzen auf der Couch. Auch wenn man das vielleicht nicht glaubt, aber ich bin auch teilweise ein total fauler unsportlicher Mensch, vor allem, wenn ich am Abend zuvor gefeiert habe. Dann gucke ich am nächsten Tag gerne Filme oder irgendeine Serie.

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Den größten Fehler, den die meisten machen ist, dass sie es am Anfang direkt übertreiben. Stehen von der Couch nach Jahren auf und stecken sich viel zu hohe Ziele.

Norman Habenicht: Wie sieht es denn aus, wenn ein Fitness-Guru wie du es bist, abends feiert? Ist da auch Alkohol im Spiel, oder tust du das deinem Körper nicht an?

Amiena Zylla (lacht): Doch doch, auf jeden Fall. Da stehe ich auch zu, dass ich nicht so eine Yoga-Lehrerin bin, die nur vegan oder vegetarisch lebt und so. Wenn ich abends weggehe, trinke ich am liebsten Wodka. Wenn ich am nächsten Tag keinen Hangover in Kauf nehmen will, trinke ich Wodka-Schorle und ansonsten schmeckt Wodka-Grapefruit auch gut. Also wenn ich abends was trinke, dann nicht Bier oder Wein, sondern nur Wodka! (lacht)

Norman Habenicht: Na gut, wenn schon denn schon – keine halben Sachen. Aber wer so viel Sport macht wie du, darf sich natürlich auch mal was gönnen würde ich sagen. Die meisten Deutschen sind allerdings ausgesprochene Sportverweigerer und Couch-Potatoes. Hast du für die Leute vielleicht ein paar Tipps, wie sie sich in ihrer Haut langfristig wohler fühlen können?

Amiena Zylla: Ja, das kann ich tatsächlich machen. Den größten Fehler, den die meisten machen ist, dass sie es am Anfang direkt übertreiben. Stehen von der Couch nach Jahren auf und stecken sich viel zu hohe Ziele. Ein bis zwei Übungen bei fünf Minuten Zeitaufwand reichen am Anfang völlig. Der Körper muss nur erst mal eine Info bekommen, dass sich da was tut und die Muskeln geweckt werden. Also lieber am Anfang klein denken und sich nicht zu viel vornehmen. Mit den ersten Erfolgen findet dann meistens auch ein Umdenken statt und die Menschen stellen automatisch ihre Ernährung um und fühlen sich wohler.

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