80 Jahre und immer noch voller Tatendrang

Harald Dietl Beitrag

Kurzinfo Harald Dietl

Den meisten wird er aus dem TV-Dauerbrenner “Die Männer vom K3″ bekannt sein, wo er 13 Jahre lang den Kriminalbeamten “Kalle Feldmann” spielte. Darüber hinaus wirkte Harald Dietl in nicht weniger als 100 weiteren Hauptrollen mit. Seine Lust am Theater lebte er in vielen verschiedenen Städten und Kontinenten aus. Zudem hat Dietl zahlreiche Romane veröffentlich und verlieh als Synchronstimme regelmäßig seine Stimme. Man sagt nicht ohne Grund: “Wenn Jemand eine Reise tut, hat er viel zu erzählen.”, wie das folgende Interview mit dem heute 80-Jährigen beweist.

Das Interview

Erschienen im Februar 2014 „Tod im Grandhotel – See Europe again“ (Softcover, 172 Seiten, Aquensis-Verlag, 12 Euro).

Erschienen im Februar 2014
„Tod im Grandhotel – See Europe again“
(Softcover, 172 Seiten,
Aquensis-Verlag, 12 Euro).

Norman Habenicht: Hallo, Herr Dietl! Sie sind nunmehr 70 Jahre mit der Bühne verbunden. Was hat sich in all den Jahrzehnten zum Positiven, was zum Negativen verändert?

Harald Dietl: Früher hatte ein Regisseur wie Fritz Umgelter noch Zeit, um mit Schauspielern an ihren Rollen zu arbeiten. Heutzutage werden Regisseure von den Produktionen “auf Tempo” getrimmt, was bedeutet, dass sie keine Zeit mehr haben, sich individuell mit Schauspielern zu beschäftigen. Positiv ist, dass es für ältere Schauspieler zahlreiche, wunderbare Rollen gibt.

Am meisten beeindruckt hat mich Südostasien, das in fast allen meinen Büchern die Hauptrolle spielt.

Norman Habenicht: Sie fliegen Ende Mai mit Ihrer Frau und ihren Kindern nach New York. Was bedeutet Ihnen das Reisen und welcher Fleck dieser Erde hat Sie auf Ihren zahlreichen Wegen bislang am meisten beeindruckt?

Harald Dietl: Ich denke: Die Welt, sie will gesehen werden. Solange dies noch möglich ist, nutzen meine Frau und ich das aus. Am meisten beeindruckt hat mich Südostasien, das in fast allen meinen Büchern die Hauptrolle spielt. Deren Landschaften und Menschen sind einfach faszinierend.

Norman Habenicht: Der technische Fortschritt war in den vergangenen Jahren immens. Gibt es eine Erfindung, die es früher noch nicht gab, auf die Sie heute auf keinen Fall mehr verzichten möchten?

© Barbara Ellen Volkmer

© Barbara Ellen Volkmer

Harald Dietl: Unsere Väter und Großväter haben Europa nach dem Weltkrieg ohne Handy und Computer mit Rechenschieber, Senkblei und Zentimetermaß wieder aufgebaut. Im Alter musste ich lernen, mit den neuen Kommunikationsmitteln aus beruflichen Gründen umzugehen. Ansonsten könnte ich sehr gut darauf verzichten.

Norman Habenicht: Ab 30. März stehen Sie für das Theaterstück “Urlaub mit Papa” in Braunschweig auf der Bühne. Was erwartet die Zuschauer beim Erwerb einer Eintrittskarte und was hat Sie an dem Stück besonders gereizt?

Harald Dietl: Die Zuschauer erleben eine Adaption des Bestsellers in Form einer turbulenten Komödie. Gereizt hat mich daran die Rolle des “Papa”, weil sie eine liebenswürdige Figur des Unbedarftseins verkörpert.

Es gab eine Notlandung in der argentinischen Pampa, weil in Folge eines Sturms das Benzin knapp wurde.

Norman Habenicht: Sie sind in den 50er Jahren mit einem deutschsprachigen Wandertheater durch Südamerika getourt. Gibt es da eine Geschichte, die Sie niemals vergessen werden und mir anvertrauen wollen?

Harald Dietl: Es gab eine Notlandung in der argentinischen Pampa, weil in Folge eines Sturms das Benzin knapp wurde. Die Realität der Situation wurde mir erst bewusst, als ein zweites Flugzeug landete, um uns mit Treibstoff zu versorgen.

Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze:

Die Arbeit als Synchronsprecher… hat mir stets Spaß gemacht. Den „Erik Forrester“ in >Reich und Schön< habe ich in 2000 Folgen gesprochen.

Wenn ich heute noch mal 20 wäre und ein Rollenangebot bei einer täglichen Soap bekäme… würde ich auch dort mein Bestes geben.

Ohne Reisen wäre mein Leben… nur halb so interessant verlaufen.

Der Mensch, der mich in all den Jahren beruflich am meisten beeindruckt hat war… kein Spezieller, dagegen hat mir stets die Disziplin älterer Kollegen imponiert.

Das Schönste am älter werden ist… ein Zitat von Sir Peter Ustinov, der da sagte: „ Alte Männer sind gefährlich. Denn sie können endlich sagen, was sie denken. Wer sollte sie dafür bestrafen.“

strich

Harald Dietl im Internet:
Offizielle Webseite

strich
Dir gefällt 5einhalb.de? Folge uns in den sozialen Netzwerken! 5einhalb.de auf Facebook 5einhalb.de auf Google+ RSS Feed abonnieren