Und auf einmal stand ein Inder im Wohnzimmer

Ruth Hofmann Tornetz

Kurzinfo Ruth Hofmann

Sie ist jung, hübsch und erfolgreich. Seit 2012 sieht man sie beim Bezahlsender Sky vor allem als Fieldreporterin bei Fußballspielen der 1. und 2. Bundesliga. Darüber hinaus wird sie seit Beginn des Jahres als Moderatorin für den Sportnachrichtensender Sky Sport News HD eingesetzt. Tennisbegeisterte kennen sie aus der Sendung “Wimbledon-WG” mit Ulli Potofski und Patrick Kühnen, die auf dem besten Weg ist Kultstatus zu erreichen.

Doch egal, wo Ruth Hofmann gerade im Einsatz ist – man sieht ihr den Spaß an der Arbeit an. Wie sich so viel Arbeit am Wochenende mit dem Freundeskreis vereinbaren lässt, welchen Einfluss ihr Vater auf ihre sportlichen Aktivitäten hatte und welche Sensation sie mit ihrem Kollegen Ulli Potofski plant, erfahrt ihr in folgendem Interview.

Das Interview

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Norman Habenicht: Hallo Ruth! Die meisten TV-Zuschauer kennen dich als Sport-Reporterin für den Bezahlsender Sky. Wie sieht bei dir eine typische Arbeitswoche aus? Du wirst ja sicherlich nicht nur am Wochenende arbeiten…

Ruth Hofmann: Neben meiner Tätigkeit als Fieldreporterin bin ich als Redakteurin und Moderatorin bei Sky Sport News HD tätig. Das macht meine Woche sehr abwechslungsreich. Wenn ich nicht am Field stehe, oder mich vorbereite, verbringe ich Zeit mit der Erstellung von Beiträgen – von der Recherche, über den Dreh bis ihn zum Schnitt. An vier bis fünf Tagen im Monat bin ich im News-Studio. Da klingelt mein Wecker dann auch mal um 3 Uhr morgens zur Frühschicht. Ich bewege mich also zwischen Büro, Stadion und Studio. Langweilig wird’s nie.

Ich habe glücklicherweise einen Freundeskreis, der mir verzeiht, wenn ich spontan mal wieder absage.

Norman Habenicht: Deine Arbeitszeiten sind in der Regel nicht besonders gesellschaftskompatibel. Konzentriert sich dein Freundeskreis dadurch vornehmlich auf Kollegen, oder wie gehst du mit der besonderen Situation um?

Ruth Hofmann: Ich habe glücklicherweise einen Freundeskreis, der mir verzeiht, wenn ich spontan mal wieder absage. In den Sommer- und Winterpausen habe ich dafür dann meistens etwas mehr Zeit. Da hole ich dann alle Kaffee-Treffen nach. Und zum Glück gibts ja Handys und Co.

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Norman Habenicht: Zurzeit laufen die Olympischen Spiele in Sotschi. Viele der Sportler erfahren nur alle vier Jahre mal ein wenig TV-Präsenz. Findest du, dass die Übertragungszeiten grundsätzlich etwas ausgewogener sein sollten, oder führt kein Weg an “König Fußball” vorbei? Welche Sportarten würdest du persönlich gerne häufiger sehen und vielleicht sogar auch moderieren?

Ruth Hofmann: Ehrlich gesagt glaube ich, dass Fußball in Deutschland wohl immer die TV-Sportart Nummer 1 bleiben wird. Als Fußballreporterin freut es mich auch, dass immer mehr Menschen ins Stadion gehen und vor dem TV mitfiebern. Trotzdem ist die Unausgewogenheit der TV-Sportarten für die Aktiven natürlich ein großes Problem. Ich würde es begrüßen, auch Sportarten wie z.B. Slopestyle oder Zehnkampf häufiger zu sehen. Umso besser finde ich, dass Sky seit letztem Jahr Beachvolleyball überträgt und bei SSNHD auch weniger prestigeträchtige Sportarten abgebildet werden. Aber letztlich ist am Fußball kein Vorbeikommen.

Norman Habenicht: Als Tennisspieler habe ich mit sehr viel Freude die Übertragungen aus der Wimbledon-WG verfolgt. Dort lässt du mit Ulli Potofski und Ex-Profi Patrick Kühnen den Spieltag Revue passieren und drehst Beiträge rund um das bekannteste Turnier der Welt. Inwieweit kann man eine solche Live-Sendung eigentlich planen? Gab es schon mal eine Panne? An welchen Moment erinnerst du dich am liebsten zurück?

Ruth Hofmann: Freut mich, dass dir die Übertragung gefallen hat. Die Wimbledon-WG ist für mich immer ein Highlight im Jahr. Wir wohnen tatsächlich für 14 Tage gemeinsam unter einem Dach, in unmittelbarer Nähe zur Anlage. Die Sendung findet direkt in unserem Wohnzimmer statt. Pannen gab’s da schon einige. Das Tolle daran ist, dass es meistens nicht stört, sondern dem lockeren, spontanen Format sogar entspricht. Ob plötzlich der indische Essenslieferant ins Wohnzimmer platzt, oder die Nachbarn mitten in der Sendung an der Tür klingeln… das macht das WG-Leben doch gerade authentisch. Jeder Sendung liegt zwar ein Ablaufplan zugrunde, eine gewisse Spontaneität schadet bei so einer Live-Sendung aber nicht. Wimbledon ist wirklich einzigartig und immer eine Reise wert!

Wer weiß, vielleicht singe ich mal ein Wimbledon-WG-Duett mit Ulli.

Norman Habenicht: Du bist in der Jugend zwei Mal Deutsche Turngruppenmeisterin geworden und hast schon drei Halbmarathons absolviert. Bitte hilf mir als reinen Ballsport-Fetischisten mal auf die Sprünge: Was genau macht man in einer Turngruppe, und woher nimmst du die Motivation für die Marathons? Ich langweile mich schon bei den 7,5 km um die Hamburger Alster…

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Ruth Hofmann: Da sind wir doch direkt wieder bei den Randsportarten. (lacht) Die Turngruppenmeisterschaft ist ein Vielseitigkeits-Wettkampf. Wenn man so will, ein moderner Vierkampf. Ich bin mit meiner Mannschaft vom Turnverein Augsburg damals in den Disziplinen Turnen, Tanzen, Staffellauf und Schwimmen angetreten. Wobei ich im Wettkampf nicht geturnt habe, weil ich nicht zu den besten Acht in der Mannschaft gehört habe. Das war eine spannende und trainingsreiche Zeit, ist mittlerweile aber auch schon zehn Jahre her. Zum Halbmarathon bin ich wohl über meinen Vater gekommen. Der ist einige Marathons gelaufen und ich habe ihn beim Joggen gerne begleitet. Anfangs nicht die ganze Strecke, irgendwann wurde es dann immer mehr. Ich habe dann auch mal einen Kurztriathlon ausprobiert… just for fun. Während des Sportstudiums hatte ich anscheinend irgendwie zu viel Energie. (lacht) Momentan bin ich aber auch eher bei 7,5km!

Norman Habenicht: Ich habe gehört, dass du lange Zeit Klavier-, Musical- und Gesangsunterricht genommen hast. Sei ehrlich: Du wärst eigentlich viel lieber bei “Deutschland sucht den Superstar” groß rausgekommen als bei Sky!

Ruth Hofmann: Haha. Nein, ich liebe meinen Job – für mich ein Traumberuf. Aber die Leidenschaft zur Musik ist immer noch da. Wer weiß, vielleicht singe ich mal ein Wimbledon-WG-Duett mit Ulli. (lacht)

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