Mit Aprikosenmarmelade zurück zu den Wurzeln

© Det Kempke

Kurzinfo Rüdiger Hoffmann

Er machte die Stand up-Comedy in Deutschland schon in den 90er Jahren populär. Sein prägnanter Einstieg “Ja hallo erstmal,…” hat längst Kultstatus erlangt. Wie er zu seiner Berufung kam, welche anderen Talente außerdem in ihm schlummern, und wie er es in die Garderobe von den Rolling Stones geschafft hat erfahrt ihr in folgendem Interview…

Das Interview

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Norman Habenicht: Ja hallo erstmal, Herr Hoffmann! Als Kabarettist begeistern Sie seit mittlerweile zwei Jahrzehnten das Publikum in ganz Deutschland. Waren Sie schon als Kind ein Entertainer oder hat sich das erst entwickelt?

Rüdiger Hoffmann: Ich bin bereits während der Schulzeit mit Freunden aufgetreten. “Absurdes Theater” haben wir das damals genannt. Das war im Jahr 1981. Meine Bühnenpremiere mit eigenem Programm hatte ich am 15. Dezember 1985 in den Kammerspielen Paderborn vor 220 Leuten, vor allem Freunde und Bekannte.

Die Leute haben gejubelt und nach dem Auftritt durfte ich noch eine Viertelstunde in die Bandgarderobe – ein wahrgewordener Traum.

Norman Habenicht: Nach dem Abitur haben Sie Musik auf Lehramt studiert. Wann haben Sie für sich festgestellt, dass dieses Studium nichts für Sie ist?

Rüdiger Hoffmann: Richtig, nach dem Abitur habe ich ein paar Semester Musik studiert, aber ohne Abschluss. Dann ging es los mit dem Kabarett.

Norman Habenicht: 1995 traten Sie im Vorprogramm der Rolling Stones auf. Was war das für ein Erlebnis? Ich stelle mir das wahnsinnig schwierig vor, so viele Menschen bei Laune zu halten, die eigentlich gar nicht wegen einem selbst da sind.

Rüdiger Hoffmann: Das war natürlich der Kracher, da im Vorprogramm vor 80.000 Zuschauern. Die Leute haben gejubelt und nach dem Auftritt durfte ich noch eine Viertelstunde in die Bandgarderobe – ein wahrgewordener Traum.

Norman Habenicht: Sie sind ein Mann der ersten Stunde im Bereich Stand up-Comedy und folglich mitverantwortlich für einen wahren Boom, der bis heute in Deutschland anhält. Welchen Comedian sehen Sie persönlich am liebsten und wem würden Sie eher dazu raten, einen anderen Beruf auszuüben?

Rüdiger Hoffmann: Über viele Comedians kann ich – ehrlich gesagt – nicht lachen. Vieles ist platt, nicht ausgereift und laut. Viele haben kein echtes Programm, mit dem sie auf einer Bühne bestehen könnten, sondern nur eine gute Nummer. Solche Leute sind ganz schnell wieder weg – auch, weil sie sich nicht entwickeln konnten. Es gibt aber auch Künstler wie Kaya Yanar oder Gerhard Polt, die ein tolles Programm haben und die ich sehr schätze. Gerhard Polt, den ich auch öfter treffe, hat mich auch inspiriert auf der Bühne die Ruhe zu bewahren.

“Aprikosenmarmelade” als Synonym für den Mikrokosmos Frühstücksküchentisch: Da tun sich ja schon die ersten Abgründe des Tages auf – und die werden alle im Programm thematisiert.

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Norman Habenicht: Sie sind nicht nur Comedian sondern auch ein sehr talentierter Musiker. Was macht Ihnen mehr Spaß?

Rüdiger Hoffmann: Eigentlich bin ich erfolgreicher Autodidakt, aber Musik gehört weiterhin zu meinem Leben und zum Programm. Ich singe mitunter Songs und spiele dazu Klavier. Abwechslung muss sein. In meinem aktuellen Programm “Aprikosenmarmelade” gibt es einen Rap über meine Kindheit in Paderborn und noch ein, zwei Überraschungslieder. Am Schluss singe ich sogar gemeinsam mit dem Publikum “Aprikosenmarmelade” und Sie werden es nicht glauben, da singen auch plötzlich die härtesten Kerle.

Norman Habenicht: 2014 hat gerade erst begonnen. Was wünschen Sie sich für das neue Jahr persönlich und beruflich? Sehen Ihre Fans Sie dieses Jahr mal wieder auf der Bühne?

Rüdiger Hoffmann: Auf jeden Fall! Ich bin aktuell mit meinem neuen Programm “Aprikosenmarmelade” unterwegs. In diesem Programm geht es mehr “Back to the Roots”, wie man mich vom Anfang kennt. Als der Geschichtenerzähler, der im weißen Hemd auf die Bühne geht und seine Geschichten aus dem Alltag erzählt. “Aprikosenmarmelade” als Synonym für den Mikrokosmos Frühstücksküchentisch: Da tun sich ja schon die ersten Abgründe des Tages auf – und die werden alle im Programm thematisiert. Für das neue Jahr wünsche ich mir, dass es genau so weitergeht, wie es aufgehört hat.

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