“Eigentlich können Sie gar nichts…außer quatschen!”

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Kurzinfo Sebastian Deyle

Zunächst hat er als Schauspieler die Herzen der weiblichen Zuschauer im “Marienhof” verzückt. Es folgten diverse TV-Moderationen und eine eigene Single als Sänger. Wer Sebastian Deyle nicht kennt, wird ihn unter Umständen als typisch oberflächlichen Schönling betrachten. Doch wie sehr man sich mit so manch einer vorschnellen Beurteilung täuschen kann, zeigt das folgende Interview. Sympathisch, ehrlich, selbstironisch und eloquent – so habe ich Sebastian Deyle kennen gelernt.

Das Interview

© Media Lotse / Nadin Tonat

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Norman Habenicht: Hi Sebastian! Du hast eine tolle Stimme, spielst hervorragend Klavier, siehst gut aus – wann sehen wir dich auf der Bühne als Nachfolger von Udo Jürgens im Bademantel am weißen Flügel sitzen?

Sebastian Deyle: Ich bewundere Udo Jürgens sowohl als Musiker als auch als Mensch wirklich sehr. Deshalb ehrt mich der Vergleich natürlich, auch wenn ich ihn nicht verdient habe. Es gibt nur einen Udo Jürgens, und das ist auch gut so. Einen Nachfolger von Udo Jürgens kann und wird es niemals geben. Ich muss aber zugeben, dass es ein absoluter Traum von mir wäre, einmal mit ihm gemeinsam auf der Bühne zu stehen…dann von mir aus auch gerne im Bademantel. (lacht)

Aber am Ende ist das eben Boxen und nicht Mikado – da passiert so was schon mal.

Norman Habenicht: Nach einem kurzen Gastspiel bei “Unter Uns” spieltest du knapp vier Jahre lang die Rolle des Nik Schubert in der täglichen ARD-Serie “Marienhof”. Woran erinnerst du dich am liebsten zurück, wenn du an die Zeit denkst?

Sebastian Deyle: Marienhof war damals der Anfang von allem. Eine wirklich tolle Zeit mit besonderen Kollegen. Ich konnte mich täglich ausprobieren und immer wieder etwas neues dazulernen. Die harte Schule einer täglichen Serie wird noch heute von vielen Schauspielern unterschätzt. Ich bin für diese Zeit sehr dankbar. Ohne den Marienhof wäre ich heute nicht da, wo ich bin.

Norman Habenicht: Du wirst fast ausnahmslos für die Rollen des hübschen Womanizers besetzt. Ist dein Aussehen für deine Karriere als Schauspieler eher Fluch oder Segen?

Sebastian Deyle: Naja… dieses Phänomen, dass jeder einigermaßen gerade gewachsene Schauspieler auf sein Aussehen reduziert wird, ist mit Verlaub gesagt, ein recht deutsches. In Amerika ist so was zum Beispiel undenkbar. Zum Glück sehe ich mich selbst aber nicht als tiefgründigen Charakterdarsteller. Wirklich zu Hause fühle ich mich hingegen in der Moderation. Daher kann ich gelegentliche Ausflüge in die Schauspielerei einfach nur genießen, ohne mir über die Auswahl meiner Rollen größere Gedanken machen zu müssen. In erster Linie muss mir die Arbeit Spaß machen… und das hat sie bisher zum Glück immer!

Norman Habenicht: Im vergangenen Jahr hat dich Mola Adebisi beim “Promiboxen” in der ersten Runde K.o. geschlagen. Wusstest du vorher, dass die Verantwortlichen dich auf einen semiprofessionellen Kampsportler loslassen?

Sebastian Deyle: Ja! Ich wusste, dass Mola schon Erfahrung im Bereich Kampfsport hat. Ich muss auch zugeben, dass ich mich sehr über mich selbst geärgert habe. Wir haben beide im Vorfeld sehr hart für diesen Kampf trainiert und ich hätte mir gewünscht, dass der Kampf über die volle Distanz geht. Aber am Ende ist das eben Boxen und nicht Mikado – da passiert so was schon mal. Und zu einem fairen Kampf gehört auch, die Leistung des Anderen anzuerkennen. Er hat das einfach ziemlich schlau gemacht und ich war einen Moment unaufmerksam. Wichtig ist, wie man im Nachhinein damit umgeht. Ich persönlich hab´ mich dafür entschieden am nächsten Tag wieder ins Gym zu gehen und noch härter zu trainieren als vorher. Hinfallen ist keine Schande…nur liegenbleiben!

Schauspielerei und Musik sind beides Felder, die ich sehr genieße… allerdings eher als charmanten Sidekick.

© Media Lotse / Nadin Tonat

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Norman Habenicht: Du engagierst dich sehr im Kampf gegen Blutkrebs. Was für Aktionen unterstützt du dabei und wie können auch andere Menschen helfen?

Sebastian Deyle: Das ist weniger mit täglichen Aktionen verbunden als vielmehr eine Einstellungssache für mich. Ich habe mich zum Beispiel freiwillig als Knochenmark-Spender registrieren lassen und wäre natürlich auch im Ernstfall bereit, jemandem als Spender aktiv zur Verfügung zu stehen. Wenn das Jeder machen würde, wäre das meiner Meinung nach schon ein großer Schritt in die richtige Richtung!

Norman Habenicht: Deine Talente sind extrem vielseitig. Musik, Schauspiel, Moderation – da ist fast alles dabei. Was würdest du dir in diesem Jahr am ehesten für Angebote wünschen, oder gibt es vielleicht schon konkrete Planungen in die eine oder andere Richtung?

Sebastian Deyle: Mein Schauspiellehrer hat mal zu mir gesagt: “Herr Deyle…eigentlich können Sie gar nichts, ausser quatschen… aber das grandios!” Ich denke, er hatte Recht. Mein Fokus liegt also ganz klar auf der Moderation. Schauspielerei und Musik sind beides Felder, die ich sehr genieße… allerdings eher als charmanten Sidekick. Das Jahr ist noch jung und ich darf mich bereits jetzt auf viele Aufträge freuen. Ich bin sicher, 2014 wird für uns alle noch viele spannende Überraschungen bereithalten!

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Ein Gedanke zu „“Eigentlich können Sie gar nichts…außer quatschen!”

  1. Sehr sympathisch, der Mann! So eine Einstellung würde man sich von so manch anderem Künstler auch wünschen.

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