RTL Samstag Nacht Star jetzt auf der Reeperbahn

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Kurzinfo Tanja Schumann

Sie war einer der ganz großen Stars, als mit “RTL Samstag Nacht” ein komplett neues Format Einzug ins deutsche Fernsehen hielt. Tanja Schumann parodierte die Schreinemakers und war Teil der mittlerweile kultigen “Kentucky schreit ficken”-Sketche. Welches Schicksal sie im Anschluss ereilte und was sie momentan macht und plant, hat Tanja Schumann mir in einem sehr unterhaltsamen Interview erzählt.

Das Interview

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Norman Habenicht: Zwischen 1993 und 1998 erheiterten Sie bei “RTL Samstag Nacht” ein Millionenpublikum. Woran erinnern Sie sich aus dieser Zeit am liebsten zurück?

Tanja Schumann: Natürlich an die Live-Shows, die wir jeden Freitagabend vor ca. 400 Zuschauern aufgezeichnet haben. Es war jedes Mal eine Bomben-Stimmung in der Halle, und wir hatten wirklich jede Menge Spaß. Aber auch die Voraufzeichnungen zu “Szenen einer Ehe” oder “Kentucky schreit ficken” haben mir immer besonderen Spaß gemacht. Ehrlich gesagt, je mehr ich daran zurück denke, desto mehr fallen mir lustige Geschichten ein, die hier aber den Rahmen sprengen würden.

Ende 2010 rief mich Olivia an und bat mich um ein Gespräch, sie hätte da eine Idee für mich.

Norman Habenicht: Was viele gar nicht wissen: Vor Ihrem Engagement bei “RTL Samstag Nacht” haben Sie bereits eine hoch qualifizierte Ausbildung in Tanz, Schauspiel und Gesang genossen. War es im Nachhinein ein Fehler, zum Fernsehen zu gehen?

Tanja Schumann: Auf gar keinen Fall! “RTL-Samstag Nacht” war für mich wie ein Sechser im Lotto. Wer hat schon die Chance an einem ganz neuen Format von Anfang an zur Crew zu gehören?! Die Arbeit hat nicht nur Spaß, sondern mich auch noch recht bekannt gemacht. Man geht ja nicht einfach zum Fernsehen, sondern die müssen einem erst mal eine Chance geben. Das ist heute noch viel schwieriger geworden, weil es immer mehr Schauspieler gibt und frau ja auch nicht jünger wird! Theater und Musical wird mir immer bleiben.

Norman Habenicht: Sie veranstalten zusammen mit Kult-Transe Olivia Jones Kiez-Touren auf der Hamburger Reeperbahn. Erzählen Sie uns doch bitte mal, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam und Ihre schönsten Geschichte in Zusammenhang mit den Touren!

Tanja Schumann: Ende 2010 rief mich Olivia an und bat mich um ein Gespräch. Sie hätte da eine Idee für mich. Ich kannte Olivia von einigen Events, und so trafen wir uns, inklusive meines Mannes, auf der Reeperbahn. Da unterbreitete sie mir dann das Angebot, für mich eine Comedy-Kiez-Tour zusammen zu stellen. Ob ich mir vorstellen könnte, Touristen über St. Pauli zu führen, was sie selber ja schon seit einigen Jahren machte. Im Gespräch kam ich dann tatsächlich auf einige Dinge, die mich mit der sündigen Meile verbanden. Etwa mein erstes Engagement im Operettenhaus mit Freddy Quinn bei “Große Freiheit Nr.7″ oder dass ich im St. Pauli Theater für “RTL Samstag Nacht” entdeckt wurde, als ich “Schneewittchen und die sieben Zwerge” gespielt habe – übrigens war ich nicht Schneewittchen. Ich sagte ihr, ich wüsste nicht, ob mir das Spaß bringen würde, aber versuchen kann man`s ja mal. Und siehe da, mittlerweile bin ich schon im dritten Jahr samstags mit meist zwei Führungen und großer Freude dabei. Es sei denn, ich spiele Theater, wie zurzeit in Braunschweig die Komödie “Ein Mann mehr ist noch zu wenig”.

2013 by Axel Emmert

2013 by Axel Emmert

Norman Habenicht: Nun zu einem ernsteren Thema: Sie engagieren sich schon seit vielen Jahren für Organisation “PLAN International“. Worum geht es bei diesem Projekt, und wie kann ich als Privatperson helfen?

Tanja Schumann: PLAN International kümmert sich um hilfsbedürftige Kinder in Dritte Welt-Ländern. Man übernimmt eine Patenschaft für € 30,- pro Monat. Dieses Geld fließt dann in die Gemeinde, in der das Kind lebt, und wird dort zum Bauen von Brunnen, Schulen oder der Gesundheitsversorgung genutzt. Ich hatte ein Mädchen in Nepal und eines in Honduras. Beide habe ich mit PLAN besucht und mich über die Arbeit der Organisation vor Ort informiert. Mittlerweile sind beide Kinder über 18, und so ist die Patenschaft beendet. Dafür habe ich eine kleine Nalinda aus Laos als Patin übernommen. Ein Besuch steht allerdings noch aus und auf meiner To-Do-Liste für die Zukunft.

Hinfallen ist nicht schlimm, nur liegen bleiben darf man nicht!

Norman Habenicht: Sie haben in Deutschland wahnsinnig viele Fans. Was ist für die nahe Zukunft geplant? Wo können Ihre Anhänger Sie bewundern?

Tanja Schumann: Nachdem ich zwei Monate in Frankfurt an der Komödie und bis Mitte Januar hier in Braunschweig an der Komödie gespielt habe, mache ich theatermäßig erst mal eine Pause. Wir sind letztes Jahr umgezogen, und ich habe noch keine zehn Nächte in meiner neuen Wohnung verbracht. Die muss ich erst mal in Beschlag nehmen. Und ab April laufen dann wieder jeden Samstag meine Comedy-Kiez-Touren. Alles andere lasse ich mal auf mich zukommen.

Norman Habenicht: Im kommenden Jahr erscheint Ihr Buch “6 Jahre Taschengeld”. Was erfährt der Leser in diesem sehr persönlichen Buch?

Tanja Schumann: Es ist eine kleine Biographie, wie ich zu “RTL Samstag-Nacht” kam und wie und warum es danach leider zur Privatinsolvenz kam. Aber wichtig ist natürlich, wie ich mit der Situation umgegangen bin, mich da durchgekämpft habe und jetzt einen neuen Anfang hinlege. Es wird auch einen kleinen Insolvenzberaterteil geben, da ich mitbekommen habe, dass dieses Thema viele Menschen interessiert. Entweder weil sie selbst betroffen sind, oder weil sie jemanden im Bekannten- bzw. im Verwandtenkreis haben, der dieses Schicksal teilt. Das Buch soll Mut machen und den Menschen die Scham nehmen, darüber offen zu reden. Hinfallen ist nicht schlimm, nur liegen bleiben darf man nicht!

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Tanja Schumann im Internet:


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