In einem Taxi nach Paris gegen den Strom

michy_reincke_beitragsbild

Kurzinfo Michy Reincke

Musiker wie ihn gibt es heutzutage nur noch sehr wenige. Abseits der großen bunten Castingshows spricht Michy Reincke mit seinen Kompositionen und Texten eher die anspruchsvollen Musikliebhaber an. In den 80er Jahren gründete er die Band Felix De Luxe, die sich mit dem Song “In einem Taxi nach Paris” einen festen Platz in der Musikgeschichte gesichert hat.

Doch Michy Reincke hat nicht nur seine eigene Karriere im Sinn, sondern engagiert sich auch sehr für junge Nachwuchskünstler. Ein Musiker der ganz besonderen Art, ein Idealist in einem größtenteils brutalen Business.

Das Interview

Norman Habenicht: Mit 16 Jahren sind Sie schon durch Europa gereist und haben in Fußgängerzonen Musik gemacht. Gab es einem bestimmten Moment, in dem Sie gemerkt haben, dass die Menschen begeistert von dem sind, was Sie da tun?

Michy Reincke: In diesen frühen Tagen ging es eigentlich mehr darum, dass ich mich selbst begeistert habe mit dem, was ich da tue. Es war das flüchtige Glück der Überwindung, sich etwas zu trauen, und sich den Befürchtungen auszusetzen, dass es vielleicht nicht reichen könnte, und damit umzugehen. Die Straße ist prinzipiell immer eine gute Schule.

Die Menschen die mich am meisten beeindruckt haben, hatten mit Musik allerdings überhaupt nichts am Hut.

"…wenn es nur die Erkenntnis ist, dass man mit leichtem Gepäck leichter unterwegs ist."

“…wenn es nur die Erkenntnis ist, dass man mit leichtem Gepäck leichter unterwegs ist.”

Norman Habenicht: Sie gelten als passionierter Teetrinker. Haben Sie eine Lieblingssorte, oder variiert das je nach Stimmung?

Michy Reincke: In der kalten Jahreszeit schäle ich frischen Ingwer und brühe ihn auf. Sonst trinke ich Sencha, das ist japanischer, grüner Tee.

Norman Habenicht: Sie haben schon sehr viel von der Welt gesehen. Welches Land hatte den größten Einfluss auf Ihre Persönlichkeit und auf Ihre Musik?

Michy Reincke: Reisen hat – denke ich – generell einen großen Einfluss auf die Talente eines Menschen und seine Lebendigkeit. Selbst wenn es nur die Erkenntnis ist, dass man mit leichtem Gepäck leichter unterwegs ist. Und jedes Land und jede Begegnung machen einen reicher, in der Seele und im Herzen, wenn man dafür offen und bereit ist.

Norman Habenicht: Nach so vielen Jahren im Musikbusiness haben unzählige Künstler Ihren Weg gekreuzt. Welcher hat Sie am meisten beeindruckt?

Michy Reincke: Schon als Junge war ich ein großer Bewunderer der Lieder von Bob Dylan. Später erhielt ich die Erlaubnis, die deutsche Version eines Songs von Prince aufzunehmen, den ich ebenfalls sehr verehre. Ich bin beeindruckt von der Musik Sebastian Bachs und Wolfgang Mozarts. Die Menschen, die mich am meisten beeindruckt haben, hatten mit Musik allerdings überhaupt nichts am Hut.

Wer nicht mehr empfänglich ist kennt vielleicht die Orte, wo er kriegt was er will, aber von dem was er braucht, hat er keine Ahnung.

Norman Habenicht: Sie engagieren sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Lausch Lounge” sehr stark für junge Nachwuchskünstler im norddeutschen Raum. Wie kam es zu diesem Engagement?

Michy Reincke: Die Entwicklung einer populären, öffentlichen, in der Verantwortung von vielen kompetenten Redaktionen gespiegelten, bunten Kultur – hin zu einer von Marktforschung bestimmten eindimensionalen Programmatik, um möglichst effizient Werbung zu verkaufen – ist in meiner Lebenszeit gerade im Bereich der Musik auffallend und frustrierend gewesen. Für mich hat Kultur im Glücksfall auch immer einen geistigen und seelischen Nutzen, und bei der Lausch Lounge geht es uns darum, diesen Ansatz durch das Präsentieren von talentierten jungen Songschreibern und Songschreiberinnen zu verfolgen. Wir haben regen Zulauf und stellen einen sehr interessanten Künstlernachwuchs bei unseren Veranstaltungen fest. Ich finde es überaus wichtig, ein Publikum zur Erweiterung seiner Hörgewohnheiten anzuregen. Wer nicht mehr empfänglich ist, kennt vielleicht die Orte, wo er kriegt, was er will, aber von dem, was er braucht, hat er keine Ahnung.

Cover: „Hatte ich dich nicht gebeten im Auto zu warten“

Cover: „Hatte ich dich nicht gebeten im Auto zu warten“

Norman Habenicht: Sie haben vor ein paar Tagen Ihre neue Single “STEH AUF & SCHEINE” vorgestellt, und auch eine Tour ist geplant. Was erwartet Ihre Fans auf dem neuen Album, und wie komme ich am besten an Karten für die Konzerte?

Michy Reincke: Das neue Album heißt “Hatte ich dich nicht gebeten im Auto zu warten”, und auf dem Cover sitze ich mit meiner Gitarre auf einem Ufo. Es gibt Liebeslieder, die neue Worte für das Verliebtsein finden und unglaublich lange Namen haben, wie z.B. „Sie begegnete mir auf die gleiche Art wie der Blitz in einen Baum einschlägt“, und es gibt etwas Kulturkritik. Es mag einen sicheren Eindruck machen, sein Leben hinter dem Armaturenbrett einer automatischen Gesellschaft zu verbringen, aber wirklich lebendig fühlen lässt es einen nicht. Das passiert eher bei unseren Konzerten. Wir sind bekannt für hochwertige, humorvolle und lässige Unterhaltung. Auf meiner Seite www.michyreincke.de kann man alle Termine einsehen und sich zu den Anbietern der Tickets verknüpfen lassen.

strich

Michy Reincke im Internet:

Offizielle Webseite

Lausch Lounge

strich
Dir gefällt 5einhalb.de? Folge uns in den sozialen Netzwerken! 5einhalb.de auf Facebook 5einhalb.de auf Google+ RSS Feed abonnieren